- in Asia
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- with readers working within the Utilities industries
- within Privacy and International Law topic(s)
Liebe LeserInnen unseres German Desk Newsletters,
das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, die Tage sind kurz und die
Vorfreude auf die Feiertage steigt. Doch während es
draußen ruhiger wird, bleibt die Dynamik im Wirtschaftsleben
hoch: Der Jahresendspurt ist traditionell eine Zeit des
Abschlusses, aber auch der strategischen Weichenstellung für
das kommende Geschäftsjahr.
Auch in dieser Ausgabe haben wir Themen für Sie aufbereitet,
die den aktuellen Zeitgeist treffen: Wir beleuchten die Renaissance
von Earn-Out-Klauseln in M&A-Transaktionen und zeigen, wie Sie
die Balance zwischen strategischer Brücke und Konfliktherd
meistern. Zudem wird der Ton in der Regulierung rauer: Die Lehren
aus dem Fall Nexperia und die politische Einigung zur
verschärften EU-Investitionskontrolle verdeutlichen, dass
staatliche Eingriffe und Compliance-Anforderungen massiv an
Bedeutung gewinnen.
Ganz besonders freuen wir uns über große Neuigkeiten in
eigener Sache: Mit der Integration von Valegis Advocaten erweitern
wir unsere Expertise und Schlagkraft erheblich, um Sie künftig
noch umfassender unterstützen zu können.
Themen im Fokus
Earn-Outs in der M&A-Praxis: Spannungsfeld zwischen unternehmerischer Freiheit und Treuepflicht – Lehren aus der Rechtsprechung
In einem volatilen Marktumfeld erleben Earn-Out-Klauseln eine
Renaissance als Instrument zur Überbrückung von
Bewertungslücken ("Valuation Gaps").
Der kritische Punkt: Die Grenzen der
Käuferpflichten
Besondere Aufmerksamkeit verlangt die aktuelle Rechtsprechung die
eine Verschiebung der Risikosphären andeutet. Die
jüngsten Urteile verdeutlichen, dass ohne explizite
vertragliche Einschränkungen die unternehmerische
Handlungsfreiheit des Käufers oft schwerer wiegt als das
Auszahlungsinteresse des Verkäufers.
Solange sich der Käufer im Rahmen ordnungsgemäßer
Geschäftsführung bewegt, besteht ohne spezifische
Klauseln oft keine Verpflichtung, operative Entscheidungen an der
Maximierung des Earn-Outs auszurichten.
Gestaltungsempfehlungen für das SPA
Um rechtliche Unsicherheiten zu minimieren und das
Konfliktpotenzial zu steuern, ist eine präzise Ausgestaltung
im SPA unerlässlich:
- Berechnungsgrundlagen
- Operative Covenants
- Informationsrechte & Dispute Resolution
Staatliche Eingriffe und Governance: der Fall Nexperia
Der niederländische M&A-Markt gilt als liberal, doch
der aktuelle Fall um den Chiphersteller Nexperia setzt neue
Maßstäbe. Er zeigt deutlich: Staat und Justiz greifen
bei Bedrohungen der nationalen Sicherheit oder gravierendem
Missmanagement hart durch.
Ende September aktivierte der niederländische
Wirtschaftsminister ein Gesetz von 1952, um den Abfluss kritischer
Technologie bei der chinesisch geführten Nexperia zu stoppen.
Parallel setzte die Ondernemingskamer (Unternehmenskammer) den CEO
wegen Governance-Verstößen ab und entzog ihm, ex parte
und über Nacht, die Kontrolle.
Drei essenzielle Lehren für Investoren
- Neben dem Vifo-Gesetz (Wet Vifo) für Investitionsprüfungen zeigt der Rückgriff auf Notgesetze eine neue staatliche Entschlossenheit. Bei Deals in sensiblen Sektoren (bald auch KI und Biotech) ist eine frühzeitige regulatorische Prüfung unerlässlich.
- Die Ondernemingskamer bewies erneut ihre Durchschlagskraft. In Gesellschafterstreitigkeiten oder Krisen kann dieses Spezialgericht sofortige, tiefgreifende Maßnahmen treffen (z. B. Absetzung des Vorstands), um die Kontinuität des Unternehmens zu sichern.
- Ein Hauptgrund für das gerichtliche Eingreifen war die Umgehung des Betriebsrats (Ondernemingsraad). Die rechtzeitige und vollständige Einbindung der Arbeitnehmervertretung ist in den Niederlanden zwingende Rechtspflicht.
EU verschärft Investitionskontrolle: Einigung auf verbindliches Screening
Die Ära der freiwilligen Kooperation bei FDI SCreening
neigt sich dem Ende zu: Rat und EU-Parlament haben am 11. Dezember
2025 eine politische Einigung zur Überarbeitung der
FDI-Screening-Verordnung erzielt. Ziel ist es, den
Flickenteppich" in Europa zu beenden und
Sicherheitslücken zu schließen.
Für Investoren und Unternehmen bedeutet dies einen
Paradigmenwechsel hin zu strengeren, harmonisierten Standards.
In eigener Sache
BUREN heißt Valegis Advocaten willkommen
Zum 1. Januar 2026 begrüßt BUREN Legal Tax Notary die
Kanzlei Valegis Advocaten in ihren Reihen. Mit diesem Schritt baut
BUREN sein juristisches Angebot weiter aus und stärkt seine
Kapazitäten, um Mandanten noch effektiver zu
unterstützen.
Dieser Schritt erweitert das juristische Dienstleistungsangebot von
BUREN weiter und stärkt die Kapazität, Mandanten effektiv
zu unterstützen.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre, eine
besinnliche Weihnachtszeit und einen gesunden, erfolgreichen Start
in das Jahr 2026.
Mit weihnachtlichen Grüßen
Ihr German Desk Team bei BUREN
The content of this article is intended to provide a general guide to the subject matter. Specialist advice should be sought about your specific circumstances.