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Am 17. Februar 2026 hat der Rat der Europäischen Union Vietnam in Anhang I der EU-Liste nicht kooperativer Steuerjurisdiktionen aufgenommen.
Diese Entwicklung ist ernst.
Aber sie ist auch handhabbar – und innerhalb weniger Monate lösbar.
Wichtig ist: Die Aufnahme betrifft keine schädlichen Steuerregime oder aggressive Steuerwettbewerbspolitik. Sie bezieht sich auf technische Aspekte des OECD-Rahmens für den Informationsaustausch auf Anfrage (EOIR) – vor allem Transparenz, Zugang zu Informationen und Verwaltungseffizienz.
Mit entschlossenem und koordiniertem Handeln kann Vietnam die Entfernung aus Anhang I im nächsten EU-Überprüfungszyklus im Oktober 2026 erreichen.
Nachfolgend ein konstruktiver, transparenter und lösungsorientierter Fahrplan.
Ziel
Entfernung aus Anhang I im Oktober 2026
durch schnelle technische Angleichung an OECD-Standards und enge Zusammenarbeit mit EU-Partnern.
Notwendigkeit einer gesamtstaatlichen Koordination
Leitbehörde:
Ministerium für Finanzen (MOF)
Operative Leitung:
Generaldirektion für Steuern (GDT)
Wichtige unterstützende Stellen:
- Ministerium für Planung und Investition (Register für Unternehmen & wirtschaftlich Berechtigte)
- Staatsbank von Vietnam (Zugang zu Bankinformationen)
- Justizministerium (rechtliche Angleichung)
- Außenministerium (EU-Kontakte)
- Büro des Premierministers (strategische Aufsicht)
- Finanzministerium
Dies muss als koordinierte nationale Priorität behandelt werden.
Phase 1 (Sofort – nächste 30 Tage)
1. Einrichtung einer hochrangigen interministeriellen Task Force
Klare Vorgabe: Entfernung aus Anhang I bis Oktober 2026.
2. Durchführung einer schnellen Lückenanalyse
Schwerpunkte:
- Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
- Zugang zu Buchhaltungsunterlagen
- Zugang zu Bankinformationen
- Fristgerechte EOIR-Antworten
- Durchsetzungsmechanismen
Ergebnis: Eine klare technische Compliance-Matrix.
Phase 2 (April–Juli 2026): Beschleunigte Korrekturmaßnahmen
Die Regierung muss nicht auf langwierige Gesetzgebungszyklen warten.
Schnelles Handeln ist durch Dekrete, Rundschreiben und Direktiven möglich.
Stärkung der Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
- Zentrales und aktualisiertes Register
- Verpflichtende Melde- und Aktualisierungspflichten
- Direkter Zugang der Steuerbehörden
- Verwaltungssanktionen
- Compliance-Prüfungen
Direkter Zugang zu Bankinformationen sicherstellen
- Klare Befugnisse für die Steuerverwaltung
- Definierte Antwortfristen für Banken
- Sicherer digitaler Anfragekanal
- Sanktionen bei verspäteter Kooperation
Verfügbarkeit von Buchhaltungsunterlagen garantieren
- Klar definierte Aufbewahrungspflichten
- Verpflichtung zur digitalen Dokumentation
- Sanktionen bei Nichteinhaltung
Verbesserung der EOIR-Verwaltungseffizienz
- Einrichtung einer speziellen EOIR-Einheit innerhalb der GDT
- Dashboard zur Fallverfolgung
- Strenge interne Antwortfristen
Phase 3 (Juli–September 2026): Umsetzung nachweisen
Gesetzgebung allein reicht nicht aus.
EU und OECD erwarten Belege für praktische Durchsetzung.
Maßnahmen sollten umfassen:
- Veröffentlichung von EOIR-Antwortstatistiken
- Risikobasierte Überprüfungen zur Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten
- Öffentliche Bestätigung von Durchsetzungsmaßnahmen
- Strukturierter technischer Dialog mit OECD- und EU-Gremien
Transparenz schafft Glaubwürdigkeit.
Diplomatische Kontakte
Parallel ist die Zusammenarbeit mit der EU-Verhaltensgruppe und der Europäischen Kommission entscheidend.
Die Kommunikation sollte betonen:
- Volles Bekenntnis zu OECD-Standards
- Technischer Charakter des Problems
- Bereits laufende Korrekturmaßnahmen
- Klarer Zeitplan bis zur Lösung im Oktober 2026
Konstruktiver, zukunftsorientierter Dialog ist der Schlüssel.
Vorgeschlagener Zeitplan
- März 2026 – Task Force eingerichtet
- April 2026 – Lückenanalyse abgeschlossen
- Mai–Juni 2026 – Dekrete & Rundschreiben erlassen
- Juli 2026 – EOIR-Einheit voll funktionsfähig
- August 2026 – Durchsetzung & Statistiken veröffentlicht
- September 2026 – Technische Gespräche mit der EU
- Oktober 2026 – Ziel: Entfernung aus Anhang I
Strategische Perspektive
Dies ist kein strukturelles Steuerpolitikproblem.
Es handelt sich um eine technische Compliance-Frage – und daher lösbar.
Richtig gehandhabt, kann es eine Chance sein:
- Modernisierung der Transparenzsysteme
- Stärkung der interinstitutionellen Koordination
- Stärkung des Investorenvertrauens
- Nachweis des Engagements Vietnams für internationale Standards
Schnelles Handeln heute verhindert Reputationsrisiken morgen.
Vietnam hat bereits erfolgreich EU-Überwachungsmechanismen verlassen.
Mit koordinierter Führung und entschlossener Umsetzung ist Oktober 2026 ein realistischer und erreichbarer Meilenstein.
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Details zu den oben genannten Punkten erfahren möchten. Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.
Disclaimer: This Alert has been prepared and published for informational purposes only and is not offered, nor should be construed, as legal advice. For more information, please see the firm's full disclaimer.
The content of this article is intended to provide a general guide to the subject matter. Specialist advice should be sought about your specific circumstances.
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